Feldhase im Getreide

Anhaltende Hitze und Trockenheit – wie kommen unsere Wildtiere damit zurecht?

Freibäder sind überfüllt, die Schifffahrt auf Deutschlands großen Flüssen ist eingeschränkt, die Landwirtschaft leidet unter der Trockenheit aber was macht unser Wild während der heißen und trockenen Sommertage?

„Der Sommer 2026 im Landkreis Erding zeichnet sich bisher durch ungewöhnlich hohe Temperaturen und sehr geringe Niederschläge aus. Viele der heimischen Wildtiere sind grundsätzlich an die Jahreszeiten sehr gut angepasst. Die langanhaltende Trockenheit treibt das Wild aber vermehrt an die noch wasserführenden Bäche und Seen,“ so der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Erding, Thomas Schreder. Viele kleine Wasserstellen oder kleinere  Bäche führend derzeit kein Wasser mehr.

Wildarten wie das Reh oder der Feldhase verlegen viele ihrer Aktivitäten zur Futteraufnahme vorwiegend in die Nacht, weil es dann kühler ist und meist weniger Störungen auftreten. Fuchs und Dachs, die tagsüber meist sowieso im kühlen unterirdischen Bau verbringen kommen nachts zur Nahrungssuche heraus und tagaktive Feldhühner wie Fasan oder Rebhuhn sind vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung aktiv. Schwarzwild und Rotwild suchen feuchte Suhlen auf, um sich abzukühlen und gegen blutsaugende Insekten zu schützen. Besonders in der Nähe der Gewässer beobachten die Erdinger Jägerinnen und Jäger derzeit höhere Aktivitäten in den Revieren. Viele temporäre Wasserstellen sind zurzeit ausgetrocknet, daher muss das Wild mancherorts weitere Wege zurücklegen, um an Wasser zu kommen. „Anders als in urbanen Gebieten, wo man mit Wasserschalen Insekten und Igeln helfen kann, ist es in den 110 Revieren des Landkreises Erding nicht immer möglich Wasser zur Verfügung zu stellen.

Daher appelliert der Biologe Schreder unnötigen Störungen für das Wild möglichst zu vermeiden und den ungestörten Zugang zu Gewässern, insbesondere den Fließgewässern für das Wild möglich zu machen. „Natürlich wollen auch wir uns beim Baden abkühlen und das soll auch nicht reglementiert werden, natürlich wollen wir auch unseren Hunden eine Abkühlung gönnen, aber unser Wild braucht das Wasser zum Überleben, daher wäre es schön, wenn gerade in der Dämmerung und den Nachtstunden Ruhe für das Wild einkehren würde.“  Gerne informiert der Kreisjagdverband Erding anlässlich des Erdinger Jagafestes am 15. August ab 12 Uhr im Bauernhausmuseum Erding über die weiteren Hintergründe zur heimischen Flora und Fauna.

Feldhase im Getreide

Fasen auf einem  abgeernteten Feld